Facebook „Gefällt mir“-Button in Schleswig Holstein umstritten
Umstellung bis Ende September möglich
Jeder kennt ihn und viele nutzen ihn – den Facebook „Gefällt mir“-Button. Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert erklärte kürzlich sowohl den Button als auch Facebook-Unternehmensseiten für rechtswidrig. In Schleswig Holstein sind Webseitenbetreiber dazu aufgerufen, beides aus dem WorldWideWeb zu entfernen. Bis Ende September haben schleswig-holsteinische Unternehmen nun Zeit, den Forderungen des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) nachzukommen.
Mittlerweile haben auch Datenschutzbeauftragte aus anderen Bundesländern auf die Debatte reagiert und fordern eine einheitliche deutschlandweite Einigung. Sie sind sich darüber einig, dass Facebook mit dem „Gefällt-Mir“-Button gegen deutsches und europäisches Datenschutzrecht verstößt.
Ihre Kritik: Webnutzer würden nicht ausreichend darüber informiert, welche Daten in die USA übermittelt und wie sie dort genutzt werden.
Facebooks Standpunkt
Facebook sieht das hingegen ganz anders: Man halte sich ausnahmslos an das Datenschutzgesetz. Beim Besuch einer Facebook-Seite oder beim Anklicken des „Gefällt mir“-Buttons hat Facebook Einsicht auf technische Daten wie die IP-Adresse. Diese Daten würden aber innerhalb von 90 Tagen gelöscht. Das erfülle das europäische Datenschutzgesetz.
Weitere Nutzung des Buttons für Unternehmen aus Schleswig Holstein
Unternehmen aus Schleswig Holstein, die den Facebook-„Gefällt-mir“-Button weiterhin nutzen wollen, können so vorgehen: Der Button kann ohne Verlinkung als Graphik verwendet werden. Erst mit dem Klick auf dieses Bild wird dann der eigentliche Like-Button mit seiner vollen Funktionalität nachgeladen. Eine solche technische Einbindung führt dazu, dass die Nutzerdaten nicht per se an Facebook übertragen werden. Der Nutzer sollte zudem die Möglichkeit haben, eine entsprechend aktualisierte Datenschutzbestimmung lesen zu können.
Bleibt abzuwarten, ob sich diese Regelung des „Gefällt-mir“-Buttons über Schleswig Holstein hinaus durchsetzt.
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